PILGRIM Herbstbier – Farmhouse Ale

Die Heimat der rustikalen, einfachen Farmhouse Ales liegt in Flandern. Das ist ein ländliches Gebiet welches vom Pas-de-Calais (Frankreich) entlang der belgischen Atlantikküste bis nach Holland reicht. In dieser Region findet man heute noch dutzende von Klein- und Kleinstbrauereien, viele davon in Verbindung mit einem Bauernhof.

Nach der Erntezeit bzw. um das Erntedankfest bis in den Winter brauen die Bauern ihr eigenes Bier, gedacht für den Eigenbedarf über’s ganze Jahre, ausgeschenkt aus grossen Steingutkrügen. Es sind rustikale Biere, aus selbst vermälzten Getreiden – was man gerade hatte – und nach einfachen Maischrezepten hergestellt. Um die Biere bis in den kommenden Sommer haltbarer zu machen wurden sie entweder sehr stark eingebraut (in Belgien) oder intensiv gehopft (Bière de Garde in Frankreich). Alkohol und Hopfenharze machen Biere bekanntlich haltbarer.

Farmhouse Ale - Strickhof Moswange
Farmhouse Ale – Lanschaft: Strickhof Moswange

Vergoren wurde mit eher dubiosen Hefe-Stämmen, die man sich bei der Nachbarbrauereien holte oder in den Resten des Bieres vom Vorjahr fand. Gelegentlich fand eine „Spontangärung“ statt – man überliess die Würze im Fass ihrem Schicksal. Irgendwie kam das dann schon in Gärung… Kein Wunder, dass aus dieser unstrukturierten Brauweise eine bunte Biervielfalt entstand. Es gehörte zu den Wintervergnügen der Bauern, sich durch die Bierlandschaft der Region zu trinken. 1905 beschrieb der englische Brauer R. E. Evans die Biere der rund 2300 Farmhouse-Brauereien. Er erregte damit die Aufmerksamkeit der professionellen Brauer, welche das Eine oder Andere der Zufalls-Bauern-Rezepte in ihren „richtigen“ Brauereien perfektionierten, in Flaschen abfüllten und vermarkteten.

Genau das haben wir jetzt auch gemacht: Aus verschiedenen belgischen und deutschen Malzen hat unser Braumeister Philipp Krickl, in Anlehnung an die flämischen Farmhouse-Biere, eine spannende Mischung zusammengestellt, im Infusionsverfahren die Stärke in Malzzucker umgewandelt und während dem Würze-Kochen mit ganz wenig Koriander und einer Prise Hopfen gewürzt. Warm vergoren haben wir das Bier mit unserer obergärigen Reinzucht-Hefe, von der wir wissen, was sie macht und wie es schmeckt. Um den typischen ländlichen Charakter zu unterstützen, haben wir dem Jungbier im Reife-Tank ein paar Holz-Chips mitgegeben. Wie das genau herauskommt wird sich am Saisonbierfest weisen (17. September 2016 im Klosterhof). Die ersten Zwickelproben sind vielversprechend: Kräfig-mild, wahrscheinlich 6.5-7.0 % Alkohol, kastanienbraun, feiner, voller, leicht süsser Malzköper, milde Bittere und in der Nase eine fruchtige Note mit feinem Barrique-Ton. PILGRIM Farmhouse Ale wird sicher ein herrlicher Herbstgenuss, genau richtig zur Wild-Zeit.

PILGRIM Farmhouse Ale ist erhältlich bei ausgewählten Getränkehändlern, im Direktverkauf in Fischingen oder in 12er- und 24er-Packs im eShop auf www.pilgrim.ch

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