Spezialitätenbiere wachsen weiter!

Der Weltbiermarkt ist weiter in Bewegung. 2018 ist er um 1.4% (VJ 0.4%) gewachsen. Der Pro-Kopfe Konsum ist in USA mit 60 Liter am Höchsten, gefolgt von Europa mit 57 Liter und Asien mit 17 Liter. Die Schweiz liegt mit 56 Liter pro Kopf im europäischen Mittel. Hintergrund des Anstiegs ist das massive Bier-Wachstum in China, während die Märkte in Europa und USA eher stagnieren.

Weltmarktführer ist nach wie vor AB-InBev mit 567 Mio Hektoliter(30% Weltmarktanteil), gefolgt von Heineken mit 234 Mio Hektoliter und Carlsberg mit 121 Mio Hektoliter. Zum Vergleich: der Schweizer Bierkonsum beträgt 4.7 Mio Hektoliter. Heineken dürfte in der Schweiz knapp 1 Mio Hektoliter erreichen – weniger als  ½ % des Heineken-Konzernumsatzes.

Ebenfalls anhaltend ist die Verlagerung von Glasflaschen zu Dosen. Letztere verliert langsam das Image von „Billigbier“ und wird mehr und mehr für hochwertige Bierspezaiitäten eingesetzt.

In Anbetracht der Zahlen kommt der Anteil an Spezialitätenbiere – sog. Craftbeer – noch bescheiden daher.  Weltweit dürfte er 74 Mio Hekto oder knapp 4% betragen. Bemerkenswert ist einerseits das Mengen-Wachstum um 13% und das wertmässige Wachstum um 24%. In USA, wo der Craftbiertrend mitte 80-iger startete, haben die Spezialitätenbiere heute einen Volumenmarktanteil von 13% und einen wertmässigen Marktanteil von 24%. Die kleinen Brauereien nehmen den Konzernbrauereien mit hochpreisigen Spezialitätenbier mehr und mehr die „Wurst vom Brot“.

In der Schweiz sind wir, trotz den immer wieder erwähnten „1000 Brauereien“, weit von solchen Marktanteilen entfernt. Der Anteil an echten Bierspezialitäten aus allen Brauereien dürfte sich auf wenig als 4% belaufen.

Im Zuge des zunehmenden Verdrängungsmarktes, auch mit Spezialitätenbier, zeichnen sich mehrere Trends und Nischen ab. Einerseits sind das intensiv gehopfte, sehr alkoholhaltige bzw aufwendig gebraute und ausgereifte Gourmetbiere. Und andererseits eine Vielzahl von alkoholfreien Bieren und Bier-Mischgetränken. Im Mittelfeld der „Konsumbiere“ herrscht Verdrängungswettbewerb

So oder so – der gesamte Biermarkt wird bunter und interessanter und spricht eine attraktive, jüngere Zielgruppe an. Er wird damit ein ernsthafter Gegner für Wein und Spirituosenmärkte. Das Wehklagen der Weinbauern ob den verlorenen Marktanteilen wird auch immer deutlicher.

Hinterlasse einen Kommentar