Low-Alcs und Session Beers
02. Oct 2026

Low-Alcs und Session Beers

Session Beers (oder einfach Session Ales, Lagers oder Pale Ales) sind Biere, von denen man größere Mengen trinken kann, ohne gleich betrunken zu sein. Der Begriff hat seinen Ursprung im historischen Großbritannien des 20. Jahrhunderts. Es wurde den hart arbeitenden Männern zwischen den Schichten – den Sessions bzw. Pausen – serviert. Sie hatten Durst, mussten aber nüchtern bleiben, da sie danach weiter-arbeiten mussten. Besonders in den beiden Weltkriegen war dies in den Rüstungs-fabriken streng geregelt. In den Pausen durfte man zwar in die Pubs, serviert wurde aber ausschließlich alkoholarmes Session Beer.

Bei den «Sessions» steht die Trinkbarkeit (Drinkability) im Zentrum – es geht um Frische und ein volles Geschmacksprofil trotz reduziertem Alkoholgehalt. Session Beers haben deshalb oft spezielle Malzmischungen, intensive Hopfengaben oder werden mit anderen Zutaten verschnitten, um die geschmackliche Leere durch den fehlenden Alkohol auszugleichen.

Die wichtigsten Merkmale der Session Beers

  • Alkoholgehalt: Typischerweise liegt der Alkoholgehalt (ABV) meist unter 5,0 Vol.-% (oft sogar zwischen 3,5 % und 4,5 %).
  • Geschmack & Balance: Trotz des niedrigen Alkoholgehalts sollen Session Beers keineswegs wässrig schmecken. Brauer setzen auf eine ausgewogene Balance aus Malzkörper, Hopfenaromen oder anderen Zusätzen, damit das Bier geschmacklich spannend bleibt.
  • Leicht und süffig: Die Karbonisierung ist oft erfrischend und der Körper schlank, sodass auch ein zweites oder drittes Glas leichtfällt.

Fast jede klassische Biersorte kann als Session-Variante gebraut werden. Besonders verbreitet sind:

  • Session IPA: Die wohl populärste Variante. Sie bietet die volle, fruchtige Hopfenbombe (z. B. Zitrus- und Tropenfruchtnoten) eines American IPAs, aber mit deutlich weniger Umdrehungen (oft um 4,0 % bis 4,5 %).
  • English Mild / Ordinary Bitter: Klassische britische Pub-Biere, die traditionell auf Trinkbarkeit ausgelegt sind.
  • Session Pale Ale / Leichtes Blond Ale: Erfrischende, unkomplizierte Allrounder für den Sommer oder gesellige Runden.

Der Unterschied zwischen Sessions und Light Beer

Sie unterscheiden sich durch den volleren Geschmack infolge von Spezialmalzen, anderen Maischrezepten und einer intensiveren Hopfung der Session Beers gegen-über den oft voll durchgegorenen US-Light-Bieren. In Belgien werden Sessions häufig durch Zugabe von Gewürzen aromatisiert, um den geringeren Alkoholgehalt auszugleichen. Ein typisches Beispiel ist Hoegaarden Blanche mit nur 3,5 % Alkohol, das dank Bitterorangenschalen wunderbar schmeckt. Eines der ersten Sessions..

Der Unterschied zwischen Seasonals und Sessions

Viele «Bierkenner» stufen die Seasonal als leichtere Biere ein. Das stimmt nicht ganz -  der Name ist Programm: Bei  Seasonals steht die Jahreszeit im Zentrum und nicht der Alkoholgehalt. Ein Cherry Blanche ist ein typisches Sommerbier und damit ein Seasonal – hat es jedoch nur 3,8 % Alkohol, kann man es durchaus als «Session» bezeichnen. Das PILGRIM Winterbier ist dagegen ein Seasonal mit einem kräftigen Alkoholgehalt – so gegen 6% könnten es sein

Low-Alcs

Um keine Verwirrung zu stiften, bezeichnen wir alle Biere mit deutlich weniger als 4 % Alkohol als «Low-Alcohol-Beer» – sogenannte «Low-Alcs». Diese Biere basieren auf einem klassischen Craft-Beer-Rezept. Den durch den tiefen Alkoholgehalt fehlenden Geschmack gleichen wir mit Gewürzen (Blanches, Session Blond), mit nassem Frischhopfen (Session Pale Ale Wet Hop), mit Früchten (Seasonal Cherry Blanche) oder mit Tee (Mate Beer, Tea Beer) aus.

Es ist unsere Antwort auf den Trend nach weniger Alkohol im Bier. Ganz ohne Alkohol ist schwierig: wir halten uns an klassische Braurezepte und an unsere vom Kloster geprägten Philosophie, wonach wir nur Biere brauen, die einen Bezug zum Kloster haben könnten. Das ist mit Hopfen, Kirschen und diversen Tees der Fall. Biere mit Bananen-, Pfirsich- und Ananaszusätzen oder künstlichen Aromen wird man bei uns nicht finden.

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