„Liquidum non frangit jejunium“ - Flüssiges bricht das Fasten nicht.
Die Fastenzeit beginnt am 20. Februar und dauert bis am 4. April. Ohne Sonntage sind es 40 Tage (fast) ohne Essen bzw. ohne Fleisch. Während heute viele permanent an Verzicht denken, blicken wir in der Brauerei Pilgrim lieber auf eine jahrhundertealte Tradition zurück, in der Genuss und Fasten Hand in Hand gingen.
Man verzichtete zwar – erlaubte sich aber zwischendurch auch wieder einmal Genüsse, die man umso mehr schätzte. Besondere Biere spielten da immer eine wichtige Rolle, seien es die Starkbiere unserer bayrischen Nachbarn – oder die herrlichen Biere der belgischen Trappisten-Klöster.
Wir laden Sie ein auf eine kleine Reise durch die Geschichte der Starkbiere.
Der heilige Benedikt (480–547): Als Gründervater der Klöster lehrte er das „rechte Mass“. Er wusste: Ohne Energie keine Arbeit. Er erlaubte seinen Mönchen darum eine tägliche Ration zur Stärkung, da sie die schwere Arbeit auf den Feldern sonst nicht verrichten konnten. So wurde das Bier zum nahrhaften „flüssigen Brot“.
Der päpstliche Irrtum: Die Legende besagt, dass Papst Urban V. (Amtszeit 1362–1370) eine Kostprobe des Starkbiers aus dem Norden erhielt. Da es auf dem beschwerlichen Weg über die Alpen sauer geworden war, befand er mitleidig: „Dieses bittere Zeug zu trinken, ist eine derartige Qual, dass es als Fastenspeise hervorragend taugt!“ Er ahnte nicht, wie gut es frisch vor Ort im Kloster schmeckte...
Der „Salvator“ und die Paulaner-Mönche: Im 17. Jahrhundert brauten die Mönche vom Orden des heiligen Franz von Paula in München ein besonders kräftiges Bier für die 40 Tage ohne feste Nahrung: das „Sankt-Vater-Bier“, später bekannt als Salvator (lateinisch für „Retter“). Der Paulaner Salvator wurde zum Urvater der Starkbiere.
Die klebrige Starkbierprobe: Wussten Sie, wie man früher die Qualität prüfte? Am 1. April 1780 testete Kurfürst Karl Theodor das Bier auf einer Holzbank. Man goss etwas Bier auf die Bank, und der Kurfürst musste sich mit seiner Lederhose daraufsetzen. Blieb die Bank beim Aufstehen an der Hose kleben, war genug Malzzucker drin – und das Bier „stark genug“. Dieses Erbe lebt bis heute in allen Bieren weiter, die auf „-ator“ enden.
VON DER TRADITION ZUR VOLLENDUNG: PILGRIM & BELGIEN
Was in München der Salvator ist, ist bei uns im Klosterkeller die Kunst der Stark-biere nach belgischem Vorbild . die sogenannten Grand Crus.
In der Stille unseres Klosterkellers pflegen wir eine Tradition, die ihre Wurzeln in den grossen Abteibieren Belgiens hat. Dort, wo Starkbiere nicht einfach nur getrunken, sondern wie edle Weine zelebriert werden, liegt die Inspiration für unsere Grand Cru Linie.
Während das klassische Fastenbier die tägliche Stärkung darstellt, sind unsere Pilgrim Grand Crus die Krönung dieser jahrhundertealten Braukultur. Inspiriert von der belgischen Tradition der Abteibiere lassen wir unseren Bieren im Klosterkeller die Zeit, die sie brauchen.
Belgische Seele: Unsere Grand Crus entstehen mit jener Ruhe aus mehreren Hefen und einer zweiten Gärung, die sie so komplex und tiefgründig machen.
Klösterliche Ruhe: Im mit Fum, Whiskey oder Cognac vorbelegten Holzfass gim 300 Jahre alten Klosterkeller gereift, entwickeln sie einmalige Aromen von Vanille
und Spuren aus der Geschichte des Fasses - perfekt für die besinnlichen Abend-stunden nach der Vesper.
Unsere Empfehlung für Ihre Fastenzeit: Gönnen Sie sich ein Stück lebendige Geschichte. Ob unser nahrhaftes Fastenbier oder ein edler Grand Cru – bei uns finden Sie das „flüssige Brot“ in seiner edelsten Form.
